QSC-COLOCATION STANDORT NÜRNBERG

Der Gewerbepark Nürnberg-Feucht-Wendelstein ist auf einem ehemaligen Stützpunkt der US Army beheimatet, der als Flugplatz für Kampfhubschrauber diente. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde 1992 das Gebiet aufgelöst und an die deutschen Behörden übergeben. Seit der Gründung des Gewerbeparks im Jahr 1996 haben sich auf dem Gelände mehr als 50 Unternehmen angesiedelt, darunter namhafte Firmen aus den Bereichen Logistik, Handel, Produktion, Kommunikation und Robotik.

Gebäude

Das größere der beiden Rechenzentren Am Tower 5 ist auf einem eingezäunten Areal mit einer Fläche von rund 10.500 Quadratmetern beheimatet. Nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte wurde der ehemalige Hubschrauber-Hangar mit einer inneren Gebäudehülle versehen und diente zunächst als Standort für ein UMTS-Rechenzentrum des Mobilfunkbetreibers Mobilcom. Mit der Übernahme durch die heute in die QSC AG integrierte IP Partner AG im Jahr 2004 wurde das Rechenzentrum massiv erweitert und im Jahr 2012 mit einem dritten Bauabschnitt um rund 2.000 Quadratmeter Nettonutzfläche erweitert. Heute verfügt der Standort eine Rechenzentrumsfläche von rund 5.000 Quadratmeter.

Klimaversorgung

QSC setzt neben der klassischen Klimaversorgung über konventionelle Großkälteanlagen auf die sogenannte indirekte adiabatische freie Verdunstungskühlung, die mit mehreren Vorteilen punkten kann:

  • Die adiabatische Kühlung kommt ohne Kältemittel-Kreisläufe aus. Umluftklimageräte sind nicht notwendig, die warme Luft wird direkt aus dem RZ-Bereich abgesaugt und über einen außerhalb des Gebäudes installierten Kreuzwärmetauscher abgekühlt. Eine Leckage innerhalb der RZ-Flächen ist damit ausgeschlossen.
  • Durch den Wegfall der Umluftklimageräte vergrößert sich die Netto-Nutzfläche im Rechenzentrum.
  • Dank des adiabatischen Effektes nach dem Verdunstungsprinzip arbeitet die Anlage deutlich energieeffizienter.
  • Da es sich um geschlossene Luftkreisläufe handelt, können über die Kühlung keine Gefahren durch Luftverschmutzung wie Rauch, chemische Verunreinigungen, Staub und Aerosole in das Rechenzentrum eindringen.

Backbone

QSC hat seit 2016 massiv in den Ausbau ihrer Backbone-Infrastruktur investiert und stellt sukzessive von einer Stern- auf eine Ringtopologie um, die bundesweit alle QSC-Standorte miteinander verbindet. Dazu wird eine neue hochmoderne Core-Router-Infrastruktur erstellt sowie die Kapazität der Verbindungen zwischen den sogenannten Metropolitan-Service-Centern (MSC) vollredundant auf ein 100 Gigabit-Backbone erweitert. Über eine solch hohe Bandbreite im Backbone verfügen nur ganz wenige Netzbetreiber in Deutschland. Das neue Core Backbone verknüpft die Rechenzentren von QSC in Hamburg, Frankfurt, Nürnberg und München zu einem produktiven Gesamtverbund und bietet Kunden auch anspruchsvolle Hochverfügbarkeitsszenarien (Dual Datacenter) mit redundanter, standortübergreifender Vorhaltung ihrer gesamten Business-IT. Übergabepunkte zu nationalen und internationalen Providern sowie Anbindungen an Internet-Austauschpunkte (z.B. DeCIX) garantieren zudem hohe Geschwindigkeiten und Übertragungsqualitäten auch im netzübergreifenden und weltweiten Datenverkehr.

Stromversorgung

Das Gebäude Am Tower 5 wird über drei Stadtnetzeinspeisungen mit einer Gesamtleistung von rund 7,8 MVA mit Strom versorgt. Neben der redundanten USV-Versorgung stellen 7 Notstromaggregate mit einer Gesamtleistung von 13,5 MVA den unterbrechungsfreien RZ-Betrieb sicher. Rund 146.000 Liter Kraftstoff garantieren eine maximale Verfügbarkeit – auch an ungünstigen Zeitpunkten wie dem ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag. Damit im ungünstigsten Fall auch während eines längeren Stadtnetzausfalls das Rechenzentrum weiterhin mit Notstrom betrieben werden kann, besteht ein Liefervertrag mit einem nahegelegenen Kraftstofflieferanten, der binnen kürzester Zeit die Kraftstofftanks befüllt.